Jungautorin gibt Einblick in die Welt der Elfen

Von Nina Walther / 8. Juli 2010

Rellinghausen/Bredeney.

Die 16-jährige Grashof-Schülerin Nina Reintges hat einen umfangreichen Fantasy-Roman geschrieben. "Efrihm Roeno sinavero Javalum - Zwischen Jetzt und Immer" heißt er und handelt von Vampiren, die Krieg gegen Elfen führen.

Heutzutage wird vielen Jugendlichen vorgeworfen, dass sie nur Flausen im Kopf hätten. Sie glaubten oft nicht mehr an ihre Träume, steckten den Kopf schnell in den Sand. Dass es auch anders geht, beweist die Geschichte von Nina Reintges, Jungautorin und Schülerin der zehnten Klasse am Grashof-Gymnasium. Die 16-Jährige folgte ihrem Traum und schrieb einen 662-seitigen Fantasy-Roman, der vor kurzem in einer Auflage von 10.000 Stück veröffentlicht wurde.

"Efrihm Roeno sinavero Javalum - Zwischen Jetzt und Immer" heißt er und handelt von Vampiren, die Krieg gegen Elfen führen. "Ich hatte die Geschichte im Kopf, das Gerüst war vorhanden. Ich habe dann alles aufgeschrieben", berichtet Nina Reintges, die sich schon als Kind für Elfen begeisterte. Die Vampire tauchen in ihrem Roman auf, weil sie einen Gegensatz zu den zarten Wesen schaffen wollte.

Fragen wirft ebenso der Titel ihres Erstlingswerks auf. "Efrihm Roeno sinavero Javalum - dieser Satz fällt in meiner Lieblingsszene. Ich habe ihn mit einem Untertitel versehen, damit die Leser ihn auch verstehen", erklärt sie. Notburganisch heißt die Sprache, in dem er geschrieben ist. Nina Reintges hat sie eigens entwickelt, die Sprache der Elfen in dem Roman. Den Leser wird das aber nicht vor Probleme stellen: "Im Anhang gibt es eine Übersetzung. Die Bedeutung der Wörter kann aber auch aus dem Text erschlossen werden", erklärt die Autorin.

Die Sprache, die einer Grammatik folgt, hat sie aus besonders klingenden Silben zusammengesetzt. "Sie sollte zu den Elfen passen, eben einfach und schlicht sein", begründet Nina Reintges, die nach dem Abitur ein Germanistik- und Publizistikstudium aufnehmen möchte. Gesprochen wird Notburganisch übrigens in Notburga, der Parallelwelt der Elfen.

Die 662 Seiten brachte Nina Reintges innerhalb von zehn Monaten zu Papier. Zwischendurch legte sie wegen Schularbeiten Pausen ein: "Es gab ja keinen Zwang, den Roman bis zu einem vorgegebenen Zeitpunkt fertig zu schreiben." Ebenso bestand auch kein Drang, ihren Eltern von ihrem Vorhaben zu berichten. Erst als sie 300 Seiten zusammen hatte, legte sie diese ihrer Familie vor. Seitdem unterstützten die Eltern sie und sprachen ihr Mut zu.

Mittlerweile stehen auch andere hinter Nina Reintges und ihrem Fantasy-Roman. Als das Werk fertig war, suchte sie im Internet nach einem Verlag. Sie fand den "pro novum Verlag", der auf sie eine transparente Wirkung machte und sandte die ersten Seiten dorthin. "Jedes Manuskript würde zurückgeschickt, versprach dieser Verlag auf seiner Internetseite und nach ein paar Tagen bekam ich eine E-Mail, dass ich den kompletten Entwurf schicken solle", erzählt sie.

Der Verlag war angetan von dem Roman und schickte ihr einen Vertrag zu. Mit ihrem Vater fuhr Nina Reintges dann nach Wien zur Unterzeichnung. "Ich war erstaunt über die schnelle Reaktion. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet", verrät die 16-Jährige, die vor allem nachts von kreativen Schreibphasen eingeholt wurde und immer einen Notizblock neben dem Bett liegen hatte.

Nach der Vertragsunterzeichnung bekam sie von ihrem Verlag einen Plan über das weitere Vorgehen von der Korrektur über das Lektorat bis hin zur Veröffentlichung. Ihr wurde einen Autoren-Betreuerin zur Seite gestellt. Alle Schritte erfolgten nur nach vorheriger Absegnung von Nina Reintges. "Auch am Cover habe ich mitgewirkt - die Skizze stammt von mir", merkt sie an. Auf ihren Einfluss hin nahm die Thalia-Buchhandlung im Baedekerhaus Kontakt mit ihrem Verlag auf. "Beide stehen voll hinter mir. In der Buchhandlung gibt es sogar einen eigenen Tisch für mein Buch", ist sie stolz.

Ihre erste Lesung hielt sie in der BMV-Schule vor 120 begeisterten Schülerinnen. Den Ort hatte sie gewählt, da ihr Roman junge, weibliche Leserinnen anspricht. "Es ist gut zu wissen, dass Leute an meinen Roman glauben, die Ahnung haben", bilanziert Nina Reintges. Sie arbeitet bereits an einer Fortsetzung von "Efrihm Roeno sinavero Javalum - Zwischen jetzt und immer", die sie in den Sommerferien weiterschreiben will. "Die Idee lebt immer weiter", deutet sie an.